Der Griff nach den Sternen

Thomas Zajac und Tanja Frank beenden den Grunddurchgang in der Nacra17-Klasse auf Rang drei und greifen damit im morgigen Medal Race nach einer Medaille. Das ist unglaublich genial und definitiv fantastisch.

Der Schlüssel zum Erfolg war eine beeindruckende Konstanz in der seglerischen Leistung und die nötige Coolness in kritischen Situationen. Zum Beispiel bei einem von Australien eingereichten Protest, der am ersten Tag behandelt und abgewiesen, 24 Stunden aufgrund neuer Beweise wieder aufgenommen und neuerlich abgelehnt wurde. Oder bei dem Mann-über-Bord-Manöver im zwölften Heat, wo Tom aufgrund eines gerissenen Trapezes zum Freischwimmer mutierte und Tanja geistesgegenwärtig das Boot zunächst im aufrechten und in Folge zurückfahrenden Zustand behielt.

Die bereits angesprochene Konstanz lässt sich am besten mit Zahlen verdeutlichen: Ein zwölfter als Streicher, ein zwölfter als schlechtestes Ergebnis, dazu zwei zehnte, ein neunter sowie zwei achte Plätze, ein sechster, ein fünfter, zwei vierte und ebenso viele dritte Ränge. Macht unterm Strich 72 Punkte und ergibt das, was man sich vorgenommen und zum Ziel gesetzt hat. Rechnerisch ist alles möglich, auf Gold fehlen sieben Punkte, auf Silber zwei. Das ist in einem Medal Race, wo es bekanntlich um doppelte Punkte geht, eine verdammt gute Ausgangsposition. Schwierig und spannend macht es der Blick auf das was hinter uns liegt und ebenso rechnen kann. Nicht weniger als sieben Boote haben die Chance auf das Podest, darunter die Seemächte Australien, Neuseeland, Italien, Frankreich oder Argentinien. Dazu die Schweiz, die immerhin schon den America´s Cup abgeräumt hat. Geht es also nach dem Papier und der Expertise sogenannter Fachleute sind wir krasse Außenseiter. Soll uns egal und recht sein.

Zu prognostizieren wann, was und wo übertragen wird, war in den letzten Tagen aufgrund der windbedingten Startverschiebungen und anderer Österreicher-Entscheidungen in Rio schwierig bis nicht machbar, doch das Medaillenrennen flimmert, sofern gesegelt, garantiert über die Bildschirme. Am 16. August ab 18.00 Uhr/MEZ heißt es ORF1 aufdrehen, mitfiebern, Daumen drücken und stolz sein. Egal was passiert, denn dafür ist bereits schon genug geschehen.

Thomas Zajac

„Wir brauchen nicht viel rechnen, es wird ein offenes Rennen ohne spezielle Taktik. Wir wollen unsere Rhythmus beibehalten, Ziel ist es die richtige Dosis an Risiko zu finden und die anderen die Fehler machen zu lassen. Das klingt einfach, wird es aber unter Garantie nicht. Trotzdem gehen wir mit viel Selbstvertrauen in die Entscheidung, wir haben bisher vieles richtig gemacht und wissen, dass wir jeden schlagen können.“

Tanja Frank:

„Wir haben uns für das Medal Race qualifiziert und alle Möglichkeiten, damit haben wir erreicht was wir uns vorgenommen haben, das ist ein super Gefühl. Gleichzeitig wird es aufgrund der knappen Abstände ein ungemein spannendes und nervenaufreibendes Rennen. Ich denke dass der Druck für die anderen größer ist, aber natürlich wird es für uns auch nicht leicht kühlen Kopf zu bewahren. Wir haben vier Jahre auf diesen Tag hingearbeitet, wir werden noch einmal alles reinhauen und hoffen, dass es in unsere Richtung läuft."

(Domininc Marsano 16.08.2016)

  


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